HEADS UP

heads_upHEADS UP (Operation Red Odyssey)

Missionscharakter: Assassination
Ergebnis: erfolgreich

Ort/Datum: Mwhala/02.06.2022
Missionsabend: 31.01.2015

Im Rahmen der US-geführten Antiterroroperation „Red Odyssey“ an der Westküste Afrikas, unternahm die 2nd FoRecon eine Kommandoaktion zur gezielten Tötung des Warlords Akono. Akono, Kopf der lokal operierenden Terrorgruppe Mwenye Nguvu, bekannte sich kürzlich zur Entführung und der späteren öffentlichen Hinrichtung der drei IRCR-Mitarbeiter Judith Gresse (Deutschland), Sander McKinley (USA) und Jordan Fitzgerald (USA).

Durch die Eliminierung Akonos sollte nun das stark hieraisch ausgelegte Gefüge der Mwenye Nguvu, wenigstens für einige Zeit, außer Funktion gesetzt sein. Die angolanische Regierung hat keine Kontrolle über die küstennahen Dschungelgebiete im Distrikt Mwhala. Es herrscht Korruption, organisierte Kriminalität und in weiten Teilen des Landes schlichte Anarchie. Die Operation als Ganzes soll den Drogen- und Waffenhandel in der Region unterbinden und damit den von hier aus operierenden Terrorzellen die Finanzierungs- und Befähigungsgrundlage nehmen.

Die 2nd FoRecon startete in den frühen Morgenstunden mit einem 5 Mann starken Team per Zodiac von der USS Makin Island. Unbemerkt gelangte die Einheit durch eine schmale Bucht zur Landezone und begab sich zu Fuß, umgehend auf den Weg gen Norden. Ziel des Teams war die örtliche Terroristenhochburg Quinhamel, mutmaßlicher Aufenthaltsort Akonos und gute 3,5 km entfernt.

Der gefährliche Weg durch den Dschungel Angolas, quer durch die Patrouillenwege der Mwenye Nguvu führte das Recon-Team auch an zwei kleinen Dörfern mit den Codenamen Lemore und Snow vorbei. Beide galten als zwei von drei möglichen Schauplätzen der Hinrichtung der drei IRCR-Mitarbeiter. Sekundärziel der Mission war die Lokalisierung ihrer sterblichen Überreste. Eine Folgemission durch eine andere Einheit sollte, auf Grundlage der ermittelten Standortdaten, der Bergung der Toten dienen. Die 2nd FoRecon betrieb an den genannten Ortslagen Nahbereichsaufklärung und im Dorf Snow zudem Gesprächsaufklärung, bevor man sich geschlossen weiter gen Norden bewegte. Die Erkundung ergab eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die drei toten NGO-Mitarbeiter in Lemore zu finden sind. Gänzlich bestätigt werden konnte dies jedoch nicht, da das Team vor der Erfüllung des Primärzieles kein unnötiges Risiko eingehen wollte.

Erstmals verfügte die Recon-Truppe in dieser Mission über ein SatCom-Terminal. Der Operator hatte mittels dieser Technik und aufgrund der geologischen Lage des Einsatzraumes, alle 45 Minuten, innerhalb eines 5-Minuten-Fensters, die Zugriffsoption auf einen Aufklärungssatelliten. Die umlaufbahngestützte Bildgebung erspart dem Team die üblicherweise benötigte Transportkapazität für ein MAV/UAV und ermöglicht zudem eine völlig geräuschlose und hochauflösende Luftbildaufklärung. Dem Operator wird mit dem SatCom-Terminal, aufgrund der gegebenen Einschränkungen, die verantwortungsvolle Aufgabe einer raschen und dennoch detaillierten und vor allem präzisen Datenerhebung zu teil.

Dank der neuen Technologie in der zweiten Force Reconnaissance der elften Marine Expeditionary Unit konnte im Zielgebiet in und um Quinhamel ein bewachter Compound ausgemacht werden, in dessen Hof ein Zivilist spazierte, bewacht von bewaffneten Männern. Dem Recon-Team gelang eine verdeckte Annährung an das Objekt auf unter vierhundert Meter. Mit viel Soldatenglück konnte die Zielperson schnell und eindeutig lokalisiert und identifiziert werden. Der Squadleader übertrug das Ziel an die Scout Sniper Komponente der Einheit. Diese identifizierte das Ziel erneut, traf ihre relevanten technischen Absprachen und eliminiert Akono, unter der Deckung der anderen Teammitglieder, mit einem einzelnen schallgedämpften Präzisionsschuss in den Kopf.

Unter den Optiken der Ferngläser und Zielfernrohre konnte man in die verdutzten Gesichter der verbliebenen Guerillakämpfer blicken, welche keinerlei Anhaltspunkte für die Position der Recon Marines bekamen. Die Einheit der 2nd FoRecon zog sich unerkannt aus dem Zielgebiet zurück und bezog ein verstecktes Lager, um die kommende Nacht für die Exfiltration abzuwarten.

Die Mission „Heads up“ verlief bezüglich seiner Primärzielvorgabe präzise wie ein Uhrwerk. One shot, one kill. Das Sekundärziel konnte nicht zur vollsten Zufriedenheit erfüllt werden. Zwar konnte eine von drei Ortschaften gecheckt werden und die Gesprächsaufklärung legt den Schluss nahe, dass die Toten in Lemore zu finden sind, aber sicher ist dies nicht. Insgesamt wurde „Heads up“ vom Führungsstab aber als ein gelungener Auftaktschlag im Kampf gegen die terroristischen Kräfte in Angolas Küstenzone gewertet.