Mission „Fallen Star“

FALLEN STAR

Missionscharakter: Geiselbefreiung
Ergebnis: erfolgreich
Ort/Datum: Etoile / 07.04.2019
Missionsabend: 07.04.2018

Report: Die Einsatzlage bezüglich der Mission FALLEN STAR hätte vorab nicht kritischer sein können. Insgesamt bildeten drei Faktoren einen großen Einfluss auf den Fortgang der Mission. Dies war erstens, die komplizierte Lage der Zielgebiete. Überwiegend flache Landschaft bei dichter Vegetation. Zweitens, der vorgegeben Zeitansatz und drittens, die, bemessen am Auftrag, schwierige Personalsituation. Es hätten deutlich mehr Kräfte an der Befreiung der Geiseln mitarbeiten müssen, doch die kritische Situation auf der Insel ließ es nicht zu auf die Nachführung weiterer Kräfte zu warten.

Das MSOT infiltrierte die AO (Area of Operations) im Süden der Insel mit zwei bereitgestellten CRRC (Combat Rubber Raiding Craft). Der Game Plan sah vor, sich zuerst um die Radarstation „RALPH“ zu kümmern, um dessen Sprengung zur Befreiung der Geiseln zu initieren und so den erwarteten Einflug der Combat Air Patrol von der Hauptinsel soweit herauszuzögern wie möglich und damit unsere Exfil mit den Geiseln überhaupt erst möglich zu machen. Bei der Annäherung an die Radarstation musste das MSOT feststellen, dass die Vegetation keinerlei Geländevorteile für uns bot und das Ziel ausserordentlich gut geschützt wurde. Wachtruppen in Stärken von bis zu 15 Mann, sowie mehrere gemeldete stationäre M2 sollten unseren Angriff auf die Radarstation erheblich erschweren. Das MSOT investierte weitere Zeit in die Aufklärung und entschied sich schlussendlich für einen Angriff aus Nord, da dort keinerlei M2 gemeldet wurden und der Zugriff auf die Radaranlage und seine Stromgeneratoren erleichtert war. Der Zugriff erfolgte gleichzeitig durch ROMEO-1 und ROMEO-2. Dabei konnten bereits mehrere Ziele bekämpft werden. ROMEO-2 begab sich unter Deckung von ROMEO-1 schließlich zur Radaranlage und konnte vor Ort erfolgreich Sprengsätze zur Fernzündung der Anlage installieren. Während dieser Phase kam es zum Beschuss von ROMEO-1 im Nahbereich. Dabei wurde ein Corporal (SARC) des MSOT schwer verwundet. Während ROMEO-2 sich von Objective „RALPH“ zurückzog, wurde das verwundete Teammitglied von einem als First Responder agierenden Teamkameraden erstversorgt, bevor es an den SARC von ROMEO-2 übergeben werden konnte. Unter permanenter Behandlung des schwerverletzten Kameraden zog sich das MSOT an die Küste im Norden zurück, wo weitere lebensrettende Sofortmaßnahmen durchgeführt wurden. Der Corporal konnte zeitnah wieder in einen Zustand gebracht werden, der es ihm ermöglichte, zu Fuß dem MSOT weiter zu folgen, wenn auch deutlich geschwächt und mit zittrigen Händen.
Das MSOT setzte seinen Auftrag schließlich in Richtung Objective „BILLY“ fort, einer Wartungsanlage des Militärs, in welchem die Geiseln vermutet wurden. Plötzlich erhellte eine enorme Explosion den Nachthimmel. Es lag die Vermutungen nahe, dass der Feind versuchte, die an Objective „RALPH“ platzierte Sprengladung zu entschärfen und dabei eine Detonation auslöste, die die Stromversorgung der Generatoren unterbach. Wie geplant. Nur um einiges zu früh. Die Sprengung hätte erst mit dem Zugriff auf die Geiselnehmer an Objective „BILLY“ erfolgen sollen und so sah sich das MSOT nun unter zunehmendem Zeitdruck. Der Ausfall der Luftraumüberwachung würde die auf der Hauptinsel stationierte Alarmrotte alarmieren. Wir hatten bestenfalls noch 30 Minuten bis diese unsere AO erreichte.

Unter Aufgabe der eigenen Sicherheit und mit einem noch immer schwer angeschlagenen Operator, eilte das MSOT zum feindlichen Objective „BILLY“, um dort die Geiseln so schnell wie möglich ausfindig zu machen. Innerhalb der angesetzten 30 Minuten war es dem MSOT möglich, die Geiseln, ohne Voraufklärung, in dem vom Feind besetzten Wartungsstützpunkt zu lokalisieren, zu befreien und an einen Küstenabschnitt südlich von „BILLY“ zu verbringen, wo ein Blackhawk das MSOT und 4 Geiseln exfiltrierte. Leider wurde eine Geisel im Feuergefecht mit dem Feind, durch dessen Beschuss, getötet und musste zurückgelassen werden.

Resümierend muss der ausserordentliche Einsatz des MSOT gewürdigt werden, welches, gerade in der Phase der Geiselbefreiung, ihre eigene Sicherheit unter das Missionsziel gestellt hat und damit das Schicksal herausgeforderte. Der schwer verletzte Corporal war zwar nicht der einzige Soldat mit Blessuren, seine weitere Einsatzbeteiligung im Gefecht, trotz der schwere seiner Verwundungen, soll an dieser Stelle aber besonders lobend erwähnt werden. Unter anderen Umständen, wäre ein Marine zur medizinischen Behandlung ausgeflogen worden. Die Missionsparameter ließen dies aber nicht zu und so hing der Ausgang der Geiselbefreiung auch und vor allem am Willen und der Motivation des Corporals, der sein MSOT unter widrigen Umständen weiter unterstützte und letztlich zum Erfolg der Mission FALLEN STAR begleitete.

Gung-ho und Semper Fi!

1st Lieutenant Carrick

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