Mission „Blue Sting II“

BLUE STING II

Missionscharakter: Aufklärung / Sabotage / Intel-Recovery
Ergebnis: erfolgreich
Ort/Datum: Porto / k.A.
Missionsabend: 02.03.2019

Report: Sahranische Truppen haben die Nachbarinsel Porto überfallen. Am frühen Morgen landeten Infanteriekräfte per Fallschirm, per Hubschrauber und auf dem Seeweg auf dem kleinen Eiland und begannen unmittelbar mit der Exekution zahlreicher Zivilisten. Portos Bevölkerung, welche selbst über keinerlei Militär verfügt,  stand diesem völkerrechtswidrigen Angriff gänzlich hilflos gegenüber. Einem jungen Mann gelang es zum Zeitpunkt des Einmarsches der sahranischen Armee unbemerkt Handyaufnahmen zu fertigen, welche er über die sozialen Medien in alle Welt sendete. Die schockierenden Bilder alarmierten die Vereinten Nationen, welche umgehend eine Dringlichkeitssitzung anberaumte, in welcher die USA eine zeitnahe Reaktion ankündigten.

Zur Vorbereitung eines größeren Angriffs entsandte SOCOM eine Einheit der Marine Raiders. Auftrag: Erstellung eines Lagebildes vor Ort, Dokumentation der Stationierung von möglichen Luftabwehrstellungen, Sicherstellung von Intel sowie die Durchführung von Sabotageaktionen an vorhandenen Kriegsschiffen.

Das Lastenheft der in Stärke sieben ausrückenden Mannschaft, unter der Führung von MGySgt McKinley, war also gut gefüllt. Mit dem Wissen um das Scheitern der vorausgegangenen Mission “Blue Sting“, weniger als 24 Stunden zuvor, bei dem eine Einheit von Raiders mit ihren SDVs mit einer feindlichen Seemine kollidierte, ging es entsprechend mit Bauchschmerzen in diesen zweiten Anlauf. Ein Marine war bei diesem Zwischenfall ums Leben gekommen.

McKinley’s Mannschaft verlegte von Tanoa aus in den Atlantik. Eine CH-53 Super Stallion brachte das Tactical Element schließlich zu seinem Rendezvous mit einem U-Boot. An diesem angekommen, übernahm das Team zwei SDVs, welche auch in dieser Mission für die rasche, unentdeckte Annährung dienen sollten. Eine kleine Insel, ca. 2 Kilometer südlich von Porto, diente als erster Spähposten.

Zivile Frachtschiffe im Hafen von Porto hatten ZSU-23-Shilka geladen. Von den im Vorfeld per Satellitenaufklärung lokalisierten Zerstörern, befand sich aktuell nur noch einer vor Ort. Ein Schnellboot patrouillierte die nahen Küstengewässer und darüber hinaus zog ein stark bewaffneter Truppentransporthubschrauber seine Bahnen über Porto. Alles schien „Verschwindet!“ zu schreien, aber der Auftrag war klar definiert und es galt das Sterben der Menschen auf Porto zeitnah zu beenden. Die Marines sichteten Massengräber und Schauplätze von Leichenverbrennungen. Jede Stunde mehr, war eindeutig eine zu viel.

Mit Abschluss der Aufklärung begann die erste heikle Phase der Operation. Auf einer kleinen Insel, nur wenige hundert Meter westlich von Porto, befand sich eine vom Feind besetzte Telekommunikationsanlage. Der Gameplan lautete wie folgt: Einnahme dieser Insel (Codename: GOLD), Erweiterung der Aufklärung auf Sicht aus Richtung West auf Porto, Vorbereitung der Sprengung der Sendeanlage, Vorbereitung der Sprengung von Ruderelementen der vor Anker liegenden Schiffe, entern und durchsuchen in Frage kommender Schiffe nach Intel, Zünden der Sprengsätze mit Verlassen der AO mittels SDV.

Doch auch diesmal war es wie so oft. Pläne sind Schall und Rauch. Der Kampf hat seine eigenen Regeln und somit kam alles völlig anders als geplant. Aufgrund der Ereignisse während der Mission „Blue Sting“ wählte MGySgt McKinley eine weiter westlich verlaufende Route zur Unterseeverbringung per SDV zum Objective „Gold“. Machte es zunächst den Anschein, als würde der Plan, auf diese Weise der Gefahr von Seeminen zu entgehen, aufgehen, so nahm eine erneute Katastrophe schon bald ihren Lauf. Die Raiders mussten die Erfahrung machen, dass es sich um Seeminen neuerer Bauart handelte. Denn obwohl Corporal „Schluki“ Maier vor einer gesichteten Seemine warnte, erfolgte nur einen Augenschlag später bereits deren Detonation. Offensichtlich war der direkte Kontakt mit dieser Waffe nicht erforderlich, sie verfügte also bereits über ein Annährungszündsystem. Die zu dicht beieinander operierenden SDVs nahmen irreparablen Schaden. Die jeweiligen Fahrer der Kleinst-U-Boote GySgt „Sebi“ Wilson und PO1 „Lood“ Asthǣre wurden unmittelbar getötet. Die verbleibenden fünf Raiders zogen sich schwimmend zum Ausgangspunkt der Fahrt zurück. Der Feind hatte von dem Vorfall offensichtlich keine Kenntnis genommen. PO2 „Tom“ Brown, selbst schwer verletzt, konnte die Einsatzbereitschaft der verbliebenen Mannschaft wieder vollständig herstellen. Er selbst kehrte an Bord des U-Bootes der Ohio-Klasse zurück, wo er unmittelbar im Krankenquartier versorgt wurde. Er befindet sich zurzeit im Walter Reed-Hospital (Washington) auf dem Weg der vollständigen Genesung.

McKinley schlug vor, den Kampf, anders als bei der Mission „Blue Sting“, nicht erneut zu vertagen. Die Zeit drängte und noch immer war es an ihnen, einer geplanten Offensive mit mehr Erkenntnissen über den Gegner eine bessere Erfolgsaussicht zu verschaffen. Aufgrund der angespannten Personallage und den neuen Vorzeichen mochte er jedoch keinen Angriffsbefehl erteilen. Ein jeder Überlebender sollte selbst entscheiden, ob eine Fortsetzung für ihn noch Sinn machte. McKinley, Martinez, Maier und Revon nickten sich zu. Sie wollten etwas für die Nachhut bewegen und dem Gegner zeigen, was ein paar Marines bewirken können. Die ausgebildeten EODs McKinley und Maier suchten eine Route zum Objective „Gold“ nach weiteren Seeminen ab. Es fand sich keine einzige weitere Mine auf ihrem Weg zum Zielobjekt. Welch bittere Ironie. Martinez und Revon, die PO1 Brown zum U-Boot begleitet hatten, folgten den EODs mit entsprechender zeitlicher Verzögerung. McKinley und Maier tauchten unter einem patrouillierenden Schnellboot hindurch und landeten unbemerkt bei „Gold“ an. In einem Hochbunker spähte ein Tango hinaus aufs Meer. Die zwei Marines, welche unterhalb seiner Stellung in Position gingen bemerkte er nicht. Als die vier Raiders wieder komplett waren, komplettierten sie zunächst die Aufklärung auf „Gold“ um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen. In einem koordinierten Zugriff schaltete man synchron fünf feindliche Kämpfer aus und stellte damit die nötige Sicherheit her. McKinley bereitete die Sprengung der Fernmeldeanlage vor, während der Rest des Teams die gefallenen Tangos nach Intel durchsuchte.

Was nun? Von Gold aus waren nur noch vereinzelte weitere Tangos auf Porto auszumachen. SSgt „Wussa“ Martinez schlug einen verwegenen Plan vor. Nördlich von Porto lag ein Zerstörer vor Anker, auf dessen Decklandeplatz ein Helikopter zu sehen war. Augenscheinlich nur schwach bewacht. Martinez spielte auf die Fluglizenzen des Master Gunnery Sergeants an und dieser sprach von einer theoretischen Möglichkeit, dass dieser Wahnsinn sogar funktionieren könnte. Neutralisierung des Wachpostens, Sicherung des Zerstörers, Suche nach Intel, Vorbereitung der Sprengung des Schiffes und Verwendung des Helikopters zur Rückkehr zum U-Boot. Klang machbar, aber war es das auch?

Die vier Raiders tauchten zum Zerstörer. Während „Wussa“ den einsamen Wachposten am Helikopter von See aus neutralisierte, sicherte zeitgleich „Revon“ das Flightdeck und „Schluki“ platzierte Sprengladungen am Heck des Zerstörers. Im Anschluss zog das Team ins Innere des Schiffs und sicherte ein Deck nach dem anderen. Im Hangar des Zerstörers kam es zu einem Feuerkampf bei dem „Wussa“ leicht verletzt wurde. In den engen Gängen des Schiffs wurde im Verlauf auch „Revon“ schwer verletzt, doch letztlich gelang es McKinely und Maier die Brücke zu erreichen und dort wertvolle Intel sicherzustellen. Im Hangar befindliches schweres Gerät (BMP und BTR-Panzer) wurden durch Cpl „Schluki“ Maier mit Sprengladungen versehen, bevor man sich daran machte den Abzug zu planen. Bei dem bordeigenen Helikopter handelte es sich um einen leichten Angriffshubschrauber der lediglich zwei Personen Platz bot. MGySgt „Hollywood“ McKinley flog zunächst den verletzten SSgt „Wussa“ Martinez zurück zum U-Boot und im Anschluss Cpl Revon. Mit dem letzten Take-Off nahm er schließlich Cpl „Schluki“ Maier an Bord. McKinley und Maier zündeten nun die platzierten Sprengladungen. Sowohl die Fernmeldeanlage auf „Gold“, wie auch das schwere Gerät an Bord des Zerstörers wurde komplett vernichtet. Der Zerstörer nahm derart schweren Schaden, dass er wohl kurze Zeit darauf gesunken ist. Eine außergewöhnliche Operation, die Dank eines tollkühnen Plans trotz aller Widrigkeiten noch zu einem Erfolg gebracht werden konnte.

Die Operation hätte wohl auch zu einem legendären Einsatz geraten können, wäre nicht McKinley, beflügelt durch den enormen Erfolg des vorausgegangenen Manövers, auf die fatale Idee gekommen, die im Hafen von Porto befindlichen zivilen Frachtschiffe, beladen mit AA-Panzern, mit Hilfe der an Bord des Helikopters befindlichen Raketen zu versenken. Dabei überschätzte er bedauerlicherweise seine Flugfähigkeiten und vergaß offensichtlich die Präsenz von IGLA-Luftabwehrschützen auf Porto. Er schwenkte die Maschine also auf Kurs Hafen Porto ein, ging in den Sinkflug und eröffnete den Raketenbeschuss auf die vor Anker liegenden Schiffe. Die Raketen verfehlten jedoch gänzlich ihre Ziele und als der MGySgt den Hubschrauber abgefangen hatte und Kurs auf das US-amerikanische U-Boot nahm, vernahmen er und Maier den gefürchteten Warnton der Instrumente. Luftabwehrraketen im Anflug. Diese trafen ihr Ziel. Der Hubschrauber wurde zerstört und McKinley und Maier starben.

Von den sieben entsandten Marines kamen somit vier ums Leben. Ein vermeidbar hoher Blutzoll. Auf der Haben-Seite steht jedoch:

  • Eine Fernkommunikationsanlage und ein Zerstörer wurden vernichtet
  • Wertvolles Intel-Material wurde sichergestellt
  • Wertvolle Aufklärungsdaten wurden ermittelt
  • Mindestens 12 feindliche Kämpfer wurden getötet

Operation „Blue Sting II“ verlief anders als geplant, aber dennoch erfolgreich. Der Preis für diesen Erfolg war jedoch sehr hoch.

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